"ak" - February 2003 , Zurich, Swissland .
     
     

     
KOBI ISRAEL - PROVOZIERENDE BILDER
AUS ISRAEL KOMMEN NICHT NUR SCHRECKENSBILDER UND SCHLECHTE NACHRICHTEN: EINE FRIEDLICHERE WELT DOKUMENTIERT DER FOTOGRAF KOBI ISRAEL (32) MIT ERINNERUNGEN AN SEINE ARMEEZEIT. SPYROS PETRIDIS HAT SICH F?R aK MIT IHM UNTERHALTEN.
In der Kunstszene von Tel-Aviv, London oder New York ist er schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr und konnte mit seinen Kunstprojekten bereits viele Preise gewinnen. F?r aK pr?sentiert Kobi eine Auswahl an eindr?cklichen Szenen aus dem Leben israelischer Soldaten.
aK: Weshalb hast du Armee-Fotos gemacht? Hast du einen Army-Fetisch? Kobi Israel: Nein, die Soldaten-Fotos haben nichts mit einem Army-Fetisch zu tun - aber mit meinem Leben und meinen Erinnerungen. Ich war selbst Soldat und w?hrend meiner Armeezeit entdeckte ich mein Schwulsein. Mit dieser Bilder-Serie versuche ich die Konflikte, ?ngste und sexuellen Entdeckungen wiederzugeben, die ich als Soldat erlebt habe.
Was m?chtest du dem Betrachter deiner Bilder vermitteln? Wir alle bestehen aus K?rper und Seele. In meiner Arbeit ber?cksichtige ich beides. Ich m?chte kleine Bruchst?cke des wahren Lebens einfangen und portr?tieren - intime Momente. Meine Modelle m?gen sch?ne K?rper haben, doch die Kamera sieht auch ihre Gesten und ihre Gef?hle. Ihre Zerbrechlichkeit und Sensibilit?t.
W?rdest du deine Arbeit als politisch betrachten? In einer gewissen Weise schon. Die Armee-Bilder zeigen die menschliche Seite, den Drang zu leben und zu lieben. Das verbirgt sich alles hinter der Uniform. Soldaten sind nicht zwingend starke und b?se K?mpfer - es sind oft Jungs, die in eine Uniform gesteckt und in den Krieg geschickt wurden. Das Auge hinter der Waffe zeigt Angst, Leidenschaft und den Wunsch, zu leben, und gl?cklich zu sein.
Wie waren deine Erfahrungen als Schwuler in der israelischen Armee? Es war nicht einfach. Es war ja die Zeit, als ich meine Sexualit?t entdeckte, und ich kann mich an viele verwirrende Gef?hle erinnern. Ich war ein "machohafter" Soldat und gleichzeitig schwul. Aber damit ich war in der Armee nicht alleine und fand einen schwulen Freund.
Wie siehst du den Konflikt als Gay in der Armee grunds?tzlich? In Israel ist die Diskriminierung von Schwulen seit 1993 dank dem toleranten Ex-Premierminister Rabin gesetzlich verboten. Und in der Armee ist es f?r alle das selbe.
Findest du es nicht zu provokant, Armeefotos in einem Magazin zu ver?ffentlichen, w?hrend im Nahen Osten ein Krieg tobt und weltweit der Terror w?tet? Ich versuche nicht, provokativ zu sein. Aber ich denke, dass einige Leute es provokativ finden. Ich bezeichne meine Fotos lieber als "gef?hls- und gedankenanregend". Ich versuche, das Menschliche und sch?ne hinter den Uniformen zu zeigen. Das ist nicht provokativ. Es ist das wahre Leben.
Du bringst einen neuen Bildband heraus? Ja. Darin m?chte ich die Leute auf eine Reise nehmen, bei der sie einem sch?nen jungen Mann tief in die Augen schauen und viele Schichten der Sch?nheit entdecken k?nnen.
"Kobi Israel Views" (Fotoband im A4-Format, Fr. 26.-) erscheint im April. Jetzt bei e-gay.ch vorbestellen!
     
     
     
     

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